Ein Tag auf Rømø mit Schnee

Nordseeinsel Rømø

Zeit für einen Strandausflug nach Rømø, denn der Winter hat uns im Norden endlich erreicht mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, viel Sonne und auch ein bisschen Schnee. Rømø, eine dänische Nordseeinsel, liegt direkt hinter der deutsch-dänischen Grenze nur 3 km nördlich von Sylt und ist über Tønder von Hamburg aus in etwa 3 Stunden zu erreichen. Die Insel ist mit dem Festland über einen mautfreien Straßen-Damm verbunden. Man kommt jederzeit einfach mit dem Auto rauf und auch wieder runter.

Los ging unser Sonntagsausflug in Hamburg bei grauem Himmel und leichtem Schneefall. Je weiter wir auf der Autobahn nach Norden kamen, desto heller wurde der Himmel bis hin zu leuchtend blauen Flecken mit Sonnenschein. In Handewitt haben wir die Autobahn verlassen und am Grenzübergang Böglum bei Süderlügum die Grenze nach Dänemark überquert. Einen gültigen Personalausweiß sollte man dabei haben, denn es kann inzwischen durchaus wieder passieren, dass man kontrolliert wird. Weiter ging es über Tønder Richtung Ribe und bei Hjemsted über den Damm auf die Insel Rømø. Es gibt Haltebuchten auf der Strecke durch das Wattenmeer, die man für einen Fotostopp nutzen kann.

Damm durch das Wattenmeer

Als nächstes haben wir einen kleinen Stopp in Havneby ganz im Süden der Insel eingelegt. Es ist der Hauptort der Insel und Fährhafen der Rømø-Sylt-Linie zwischen Havneby auf Rømø und List auf Sylt. Sylt verfügt zwar auch über einen Damm zum Festland aber die Insel ist nur per Zug zu erreichen oder alternativ über Dänemark per Fähre. Die Syltfähre ist ein bisschen günstiger als der Sylt Shuttle über den Hindenburgdamm. Besonders mit Wohnmobil oder Wohnwagen kann man hier die Urlaubskasse schonen.
In Havneby liegen auch ein paar Fischkutter und man kann frischen Fisch in kleinen Buden kaufen. Es gibt ein paar Geschäfte, Restaurants, Ferienhausanlagen und einen Golfplatz mit Wellnesscenter. Auch wenn ich sonst in Dänemark unbedingt Hotdog und ein köstliches Softeis essen muss, war mir diesmal bei eisigen Temperaturen nicht danach. Im Sommer kann man das am Hafen aber sehr gut tun.

FEB2018_Romo_Schulhaus
FEB2018_Romo_altes_Schulhaus
FEB2018_Romo_Schulhaus_Tuer
FEB2018_Romo_beim_Schulhaus

Ebenfalls einen kurzen Stopp haben wir an der Toftum Skole, die kleinste und älteste Schule Dänemarks von 1784 eingelegt. Im Sommer ist das Gebäude als Teil des dänischen Nationalmuseums geöffnet und kann auch von Innen besichtigt werden.
Auch am Walknochenzaun aus dem Jahr 1772 haben wir schnell noch vorbei geschaut. Er ist der einzige erhaltene seiner Art auf den dänischen und nordfriesischen Wattenmeerinseln. Bis zum zweiten Weltkrieg gab es kaum Bäume auf der Insel und Holz musste teuer vom Festland herbeigeschaft werden. Die Walfang-Kapitäne brachten im 18. Jahrhundert einfach Kiefernknochen der gefangenen Wale von ihren Reisen mit nach Hause, um diesen Rohstoff zu nutzen.

Walknochenzaun

Danach ging es zum Strand, der sich über die komplette Westseite der Insel zieht und den man in der Mitte der Insel bei Lakolk Strand mit dem Auto befahren darf. Der Strand wächst jedes Jahr weiter, denn was auf Sylt durch die Winterstürme an Sand verloren geht, wird auf Rømø angespült. Des einen Leid, des anderen Freud könnte man sagen. Bei Niedrigwasser ist der Strand zwischen Havsand im Süden und Juvre Sand im Norden rund 4 km breit und bildet damit Nordeuropas größten Sandstrand.

Lakolk Strand

Gerade bei eisigen Temperaturen und Wind ist es ein großes Vergnügen einfach mit dem Auto bis fast ans Wasser fahren zu können. Draussen pfeift der Wind und man sitzt gemütlich, warm und trocken und schaut auf’s Meer. Herrlich. Aussteigen und ein paar Schritte laufen kann man natürlich auch. Aber bitte das Auto nur auf festem Untergrund abstellen und niemals in lockerem Sand. Eine Temperatur von gefühlten minus 8 Grad lud uns diesmal allerdings nicht zu einem besonders langen Spaziergang ein. Schön war es trotzdem. Ein Mix aus dunklen Schneewolken und Sonnenschein sorgte für grandioses Licht. Der Schnee fiel sachte vom Himmel während die Sonne auf den Strand schien. Das Meer war ganz glatt und ruhig. Ein verrücktes Wetter.

Schneehimmel

Am Strandübergang liegt ein großer Parkplatz mit Geschäften und Restaurants. Auch hier kann man im Sommer Hotdog oder Softeis essen. Ein paar der Geschäfte hatten trotz Februar und Sonntag geöffnet. Die Restaurants waren aber leider alle geschlossen. Schade, denn ich hätte eine heiße Schokolade zum Abschluß gut vertragen können.

Heidelandschaft

Auch die vor dem Strand liegende, ebenfalls breite Dünenlandschaft mit Heideflächen und Kiefernwäldchen hat ihren Charme und läd zum Spazieren gehen ein. Hier verstecken sich noch viele Bunkeranlagen, die die deutsche Wehrmacht während der Besatzungszeit im zweiten Weltkrieg errichten ließ. Das Naturcenter Tønnisgård bietet geführte Touren an, bei denen man sogar in einige Bunker hinein darf.

Auf dem Rückweg haben wir noch in Tønder einen Supermarkt aufgesucht, um uns mit dänischen Spezialitäten einzudecken, die unser Herz begehrt. Auch am Sonntag haben die Supermärkte geöffnet, oft sogar von 8.00 bis 22.00 Uhr. Lebensmittel sind in Dänemark durch die höhere Mehrwertsteuer teurer als bei uns. Wir kaufen trotzdem gern Dinge, die es bei uns so nicht gibt. Meist Schokolade, Kekse und Bier. Was der Mensch so braucht. Zahlen kann man einfach mit EC-Karte oder überall im Grenzgebiet auch mit Euro-Scheinen oder -Münzen. Man bekommt allerdings oft dänische Kronen als Wechselgeld zurück. Im Grenzgebiet sprechen viele Dänen Deutsch ansonsten hilft Englisch weiter. Ein Tagesausflug zu unseren dänischen Nachbarn ist einfach und unkompliziert. Es gibt noch viel mehr zu sehen und zu erleben. Probiert es doch mal aus, wenn ihr noch nicht dort wart.

Eine schöne Woche – mit viel Sonne und Schnee
wünscht euch
Tanja

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